Genug studiert - nun will er leben: Eine monatelange Reise führt den jungen Schopenhauer von Dresden nach Venedig, von Goethe zu Lord Byron, über schroffes Gebirge und weite Täler ins Labyrinth der Kanäle - in den Strudel der Wirklichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.04.2010
Gut unterhalten lassen hat sich Andreas Langenbacher von Christoph Poschenrieders Debütroman über den jungen Schopenhauer, und er kann sich nur darüber wundern, dass die vagen Andeutungen in Schopenhauers Briefen und Aufzeichnungen über Liebesabenteuer in Italien erst jetzt in einem historischen Roman verarbeitet wurden. Sehr gut hat der Autor nach Einschätzung des Rezensenten die "historische Atmosphäre" getroffen und in den Schilderungen von Schopenhauers amourösen und sonstigen Verstrickungen in Venedig dafür seiner Fantasie freien Lauf gelassen, stellt Langenbacher amüsiert fest. Auch wenn ihm die Figur des für sein düsteres Weltbild bekannten Philosophen hier mitunter erstaunlich "smart" erscheint, wird deutlich, dass ihm dieser Roman sehr gefallen hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2010
Wäre er der Autor dieses Gesellschaftsromans gewesen, Rezensent Edo Reents hätte doch mehr den James Joyce gegeben. Bei einer Steilvorlage wie Schopenhauer (Die Welt als Vorstellung!) hätte er wenigstens ein bisschen inneren Monolog eingestreut, ein Quäntchen erlebte Rede, um das ein oder andere philosophische Theorem anschaulich zu machen. So, durch die Feder, die Tasten von Christoph Poschenrieder, meint er, bleibt der kauzige Philosoph, wie übrigens auch sein Widerpart Lord Byron, etwas blass. Abgesehen von dieser verpassten Chance allerdings ist Reents eigentlich zufrieden mit dem Buch. Denn erstens kommt es pünktlich zum 150. Todestag Schopenhauers, zweitens findet er Poschenrieders Fokus auf eine einzige Episode (Schopenhauer trifft Byron in Venedig) ziemlich raffiniert und drittens fabuliert der Autor "fast zeitlos gewinnend" drauflos, so dass Reents nicht nur in den Genuss so mancher burlesker Szene kommt, sondern auch eines "veritablen" Venedig-Schmökers.
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