Als Inbegriff des leidenden Gerechten ist die Hiobfigur weltbekannt. Dennoch steckt das biblische Buch Hiob voller Rätsel. Warum besteht es aus einer kleinen Rahmenerzählung, die vergeblich versucht, eine wortgewaltige Dichtung einzufassen?
Darauf gibt Christoph Türcke eine ganz neue Antwort. Er hat den verloren geglaubten Schlüssel entdeckt, mit dessen Hilfe sich das Zentralgeheimnis der Hiobsgeschichte erschließt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2017
Als "Formungetüm mit Ungereimtheiten" lernt Rezensent Oliver Pfohlmann das Buch Hiob in diesem Essay des Philosophen Christoph Türcke kennen. Türckes Schlüssel zum Verständnis des Hiob sei dabei die Annahme einer traditionellen Märchenform, erklärt der Kritiker, der dem Autor gebannt in diesem "philologisch-theologischem Krimi" bei der Rekonstruktion des Ur-Hiob folgt. Ein unbekannter "Zensor" müsse das Ende, in dem Gott Hiob gegenüber bekennt, er sei lediglich das "Versuchskaninchen" in einem Wettstreit zwischen Gott und Satan gewesen, für die Kanonisierung des Textes entschärft haben, liest der Rezensent hier. So spannend und einleuchtend diese Spekulationen auch sein mögen - Pfohlmanns Blick auf das Buch Hiob verändern sie indes nicht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.12.2017
Zunächst einmal liest Johann Hinrich Claussen dieses Buch des Philosophen Christoph Türcke als meisterhafte Studie über das Buch Hiob. Gelehrt und mit "existentiellem Furor" nehme sich der Autor das biblische Buch zur Brust, vor allem mit Blick auf die Lücken, meint der Kritiker, der staunt, wie Türcke die abgründige Ideologie dieses "Allmachtsmonotheismus" und die menschenfeindliche "Naivität des Märchens" entlarve. Wenn der Autor zudem unter den Schichten die Grundprinzipien des "Entsetzens und Staunens" freilegt, fühlt sich der Rezensent an Rudolf Ottos Klassiker "Das Heilige" von 1917 erinnert. Mit Interesse folgt Claussen zudem Türckes Überlegungen zum "Markt", der die Rolle des alten Gottes angenommen habe, auch wenn ihm der Autor hier nicht tief genug geht.
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