Aus dem Englischen von Michael Kellner und Volker Oldenburg. "Im Hintergrund war immer Berlin. Es rief mich jede Nacht, mit der rauen, verführerischen Stimme einer Grammophonplatte. Berlin hatte mich gepackt wie eine Party, nach deren Ende ich nicht nach Hause wollte." Berlin 1928. Ein junger Engländer namens Christopher Isherwood lässt sich durch das wilde Nachtleben treiben. Eine griechische Insel 1932. Hier lässt sich Christopher mit seinem Berliner Freund Waldemar in einer Kolonie von Freigeistern nieder. Von London aus blicken Waldemar und Christopher 1938 mit großer Sorge auf ihre alte Berliner Heimat. 1940 lebt Christopher in Kalifornien und begibt sich mithilfe eines Gurus auf die Suche nach dem tieferen Sinn. In Isherwoods autobiografischem Roman sind es vor allem die Freunde, die seinem Erzähler Halt und Orientierung geben in einer Welt am Abgrund und einem Leben voller Sehnsucht, Exzess und Rastlosigkeit.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.09.2021
Rezensent Ingo Arend rät, nicht zuviel zu erwarten von Christopher Isherwoods Roman von 1961. Weder bietet die Geschichte um einen Bohemien auf Reisen durchweg überzeugende Charaktere noch ein politisches Motiv, meint Arend. Die zwischen 1928 und 1953 spielende Story um vier unstete junge Männer ist laut Arend allerdings "anschlussfähig" an die Gegenwart. Der Protagonist kann als Inbegriff einer nomadischen Existenz gelten, findet er.
Rezensentin Bettina Baltschev liest diese fiktive Autobiografie von Christopher Isherwood mit großem Vergnügen. Wie der Autor Fakten und Fiktion mischt, wenn er sein Leben im faschistischen Deutschland ab 1933 und das Exil in Griechenland, England und Kalifornien nacherzählt und Facetten seiner Persönlichkeit auf verschiedene Figuren im Text verteilt, finet Baltschev gelungen. Isherwoods Biografie, seine Homosexualität, sein schriftstellerisches Talent und seine politische Haltung werden der Leserin auf elegante wie kluge Weise vermittelt, versichert die Rezensentin.
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