Walter Schübler

Anton Kuh

Biografie
Cover: Anton Kuh
Wallstein Verlag, Göttingen 2018
ISBN 9783835331891
Gebunden, 572 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Walter Schüblers Biografie porträtiert den extravaganten Lebenskünstler Anton Kuh in all seinen Facetten: den streitbaren Publizisten, der die laufenden Wiener und Berliner Ereignisse mit polemischer Verve glossierte; den hellwachen Chronisten der 1910er, 1920er und 1930er Jahre; den bekennenden "Linksler", der in der Auseinandersetzung mit den Nazis Kopf und Kragen riskierte; den "Gegenteils-Fex", der sich einen Spaß daraus machte, Karl Kraus über Jahre zu frotzeln; den Bohemien, der - programmatisch taktlos - keine Gelegenheit ausließ zu provozieren; den aufgekratzten Neurastheniker, der geradezu selbstmörderisch lebte; den fulminanten Stegreif-Redner, der seine Gedankengänge heißlaufen ließ und damit sein Publikum zu Beifallsstürmen hinriss. Diese erste Biografie des "Sprechstellers" rekonstruiert auch dessen Hauptwerk - die Stegreif-Reden - und wirft alles über den Haufen, was an Gerüchten über die vermeintliche Wiener "Lokalgröße" immer noch kursiert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.11.2018

Für den Rezensenten Fabian Wolff war Anton Kuh ohne Zweifel der "beste Aphoristiker des 20. Jahrhunderts". Entsprechend dankbar ist der Kritiker, dass der jüdische Schriftsteller, Journalist und Redner nun mit dieser, wie er findet, formidablen Biografie des österreichischen Literaturwissenschaftlers Walter Schübler wiederentdeckt werden kann. Schübler, der 2016 bereits eine Kuh-Werkausgabe vorlegte, verschwindet dezent hinter seinem Sujet, verzichtet auch im Hinblick auf Kuhs Fehde mit Karl Kraus auf große Dramen und Thesen, lobt der Rezensent, der gerade deshalb ein präzises Bild von Kuh erhält. Und so lernt er hier einen Menschen kennen, der -  ohne Zionist zu sein - sein Jüdischsein nie verleugnete, darauf bestand, anders zu sein als die Deutschen und früh die Mechanismen des aufkommenden Faschismus erkannte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2018

Daniela Strigl erfährt in Walter Schüblers Biografie über den Wiener Feuilletonisten und Stegreifbonmotisten Anton Kuh wenig Privates, dafür umso mehr über Kuhs Arbeit. Auch wenn Schübler das hochachtungsvolle Zitieren der Kuhschen Gedankenblitze laut Strigl mitunter etwas übertreibt, seine chronologische und literaturwissenschaftlich bewanderte Sicht auf das Werk verschafft ihr Erkenntnis und Freude. Kuhs Fehden mit Karl Kraus, sein Einsatz gegen die politische Rechte im Wien der 30er Jahre, sein Scharfsinn und seine Hellsicht versetzen die Rezensentin ins Staunen.

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