Aus dem Englischen von Michael Kleeberg. Nach den ethnischen Unruhen im Mai 1969 verlässt Ai Lian, eine junge chinesische Malaysierin, ihre Heimat. In München lernt sie den Engländer Michael Templeton kennen, der, ebenfalls in Malaysia, auf der Kautschukplantage seines Vaters aufgewachsen ist. Sie verlieben sich und reisen zusammen durch Europa. Weihnachten 1973 wollen sie auf dem Anwesen von Michaels Vater verbringen. Bei ihrer Ankunft geschieht jedoch ein Mord, in dessen Aufklärung Ai Lian schnell verwickelt wird. Ein kunstvoll komponierter, unterhaltsamer Gesellschaftsroman, der vom heutigen Malaysia bis in die britische Kolonialzeit und japanische Besatzung zurückreicht.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 23.09.2022
Oberflächlich betrachtet schreibt Chuah Guat Eng in "Echos der Stille" von einer Wahrheitssuche, erklärt Rezensentin Sonia Hartl und konkretisiert: vom Versuch einer Frau, zwei lang zurückliegende Morde an den Partnerinnen eines Plantagenbesitzers aufzuklären - dem Vater ihres verstorbenen Geliebten. In (dieser) Wahrheit jedoch, erzählt die Autorin eigentlich davon, wie die Kolonialgeschichte ihrer Heimat Malaysia verwoben ist mit den Biografien ihrer Figuren - und zwar sowohl der Haupt- als auch der Nebenfiguren. So leidet die Spannung auch nicht unter der Tatsache, dass man als Leserin oder Leser des Rätsels Lösung schon lange vor dem Ende erahnen kann. Denn das eigentlich Fesselnde an dieser Geschichte, so die berührte Rezensentin, sind die vielen aparten, oft fein ironischen Lebensgeschichten und die eindrücklichen Szenen, durch die Chuah Guat Eng ihren Leserinnen und Lesern Malaysia und seine Geschichte näher bringt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2022
Rezensentin Katrin Doerksen scheint fasziniert von Chuah Guat Engs erstem auf Deutsch erhältlichem Roman. Die Geschichte der Ich-Erzählerin Ai Lian aus Malaysia, die sich erinnernd mit zwei einige Jahrzehnte zurückliegenden Morden auf einer Kautschukplantage befasst, verknüpft die Autorin laut Doerksen meisterhaft und in starker Farbigkeit mit der Geschichte des Landes, mit "(post)kolonialen malayischen Sensibilitäten". Unterstützt durch ein hilfreiches Glossar schafft die Autorin auf die Art für ihre Leserinnen eine Sicht, die Doerksen an Herzogs "ekstatische Wahrheit" erinnert, eine Wahrheit, die auf Fakten genauso basiert wie auf Erfindung, so Doerksen.
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