Herausgegeben von Konstantin Kaiser und Robert Sommer, mit einem Vorwort von Elfriede Jelinek.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.03.2003
Beeindruckt und berührt ist Christiane Zintzen von Claire Felsenburgs knappen Erinnerungsskizzen. Sie fand darin die Lebensgeschichte einer galizischen Jüdin, die bis zu ihrem Tod im vergangenen Jahr immer das "Flüchtlingskind" blieb, zu dem sie als kleines Mädchen zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde, als ihre Familie aus Lemberg nach Wien flüchten musste. Was Felsenburg über die beschwerliche Wiener Zeit festgehalten habe, sei weniger ein Zeitzeugnis als eine eindringliches "Memorial für die 1944 in Auschwitz ermordete Mutter", die ihre Courage und Menschlichkeit gerade unter den schwierigsten und entwürdigendsten Bedingungen bewies. Darin - und nicht in ihren eher bescheidenen künstlerischen Qualitäten - liege der Wert von Felsenburgs Memoiren: Sie dokumentierten, welche menschliche Kraft noch die Erfahrung völliger Armut freisetzen könne.
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