Rolf Vollmann zeigt sich ergriffen: Am liebsten würde er das Erstlingswerk von Clarice Lispector (1925-1977), die es mit nur 19 Jahren schrieb, verschenken. Der autobiografisch geprägte Roman rekapituliert aus der Sicht einer mittelmäßig glücklich verheirateten jungen Frau die eigenen schwierigen Kindheits- und Jugendjahre in Brasilien. Dabei überschneiden sich Erinnerung und Gegenwart, geraten miteinander in Konflikt und nähren die unstillbare Sehnsucht der Erzählerin "nahe dem wilden Herzen des Lebens" zu sein, wie es im titelgebenden Joyce-Zitat heisst. Ein Buch, das zur "Freiheit entführe" und den Rezensenten in seiner schwebenden und dringlichen Haltung zur Wahrheit und zum Geheimnis in manchem an Undine Gruenter erinnert hat.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…