Aus dem Chinesischen von Reiner Müller, unter Mitarbeit von Eva Müller und Frank Paproth. Mit einer Nachbemerkung von Eva und Reiner Müller.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.08.2000
Christiane Hammer macht darauf aufmerksam, dass es in China durchaus ein "Genre der `Mauer-Literatur` (daqiang wenxue)" gibt, in der chinesische Intellektuelle von ihren Erlebnissen während der Kulturrevolution, der "Umerziehung" und ihrer Zeit in Gefängnissen und Arbeitslagern berichten. Congs Erinnerungen unterscheiden sich von denen so manch anderer Autoren jedoch in mehrfacher Hinsicht, wie sie feststellt: So seien seine Aufzeichnungen "weder larmoyant noch selbstgerecht", und trotz der erniedrigenden Umstände zeichne er ein zwar genaues, aber "nicht verletzendes" Bild von seinen Peinigern. Eine wichtige Frage wird ihrer Ansicht nach jedoch auch in diesem Buch nicht beantwort, nämlich warum chinesische Intellektuelle sich "mehrheitlich immer wieder der jeweiligen politischen Großwetterlage angepasst haben". Insgesamt scheint sie das Buch jedoch lesenswert zu finden und lobt das Fingerspitzengefühl des Übersetzers Reiner Müller.
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