Aus dem Englischen von Matthias Fienbork. Der Blick auf China, den dieses Buch enthält, könnte ungewöhnlicher nicht sein: Der Zeithistoriker und politische Philosoph Perry Anderson erinnert sich an seinen irischen Vater. James Anderson arbeitete von 1914 bis 1941 im von Bürgerkriegen und revolutionären Umbrüchen zerrissenen China für den chinesischen Hafenzoll. Von den europäischen Mächten unter der Führung der Briten ins Leben gerufen, war dies eine der effektivsten und erstaunlichsten Behörden im Zeitalter des Imperialismus. Perry Andersons verspätete Begegnung mit seinem Vater ist die sehr persönliche Rekonstruktion eines abenteuerlichen Lebenslaufs an der Seite zweier couragierter Frauen, hin- und hergerissen zwischen dem kriegsbedrohten Europa und dem asiatischen Riesenland, das sich zu jener Zeit aus dem Griff des Westens zu befreien begann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.07.2010
Perry Andersons Rekonstruktion der Zeit seines Vaters als hochrangiger Angestellter der britischen Zollbehörde in China von 1914 bis 1941 hat Gustav Seibt nicht nur als berührende Suche nach dem früh verstorbenen Vater gelesen. Zudem ist sie die höchst interessante und abenteuerliche Biografie eines "verwegenen" Mannes und gibt Einblick in die bewegte Geschichte des von Krieg und Bürgerkrieg geschüttelten Chinas und den europäischen Aktivitäten dort, lobt der Rezensent.
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