Wohin geht man, wenn man im Nirgendwo steht: zwischen zwei Ländern, zwischen nahen Erinnerungen und ferner Gegenwart, zwischen einem stets redenden Vater und einer schweigenden Mutter? Das Mädchen ist sechs, als sie die DDR verlässt und mit ihrer Familie ein neues Leben im äußersten Westen Deutschlands beginnt. Warten dort die Verheißungen, auf die ihre Eltern gehofft haben? Kann der Vater sich neu erfinden, wird die Mutter ihre Krankheit, aus DDR-Gefängnissen mitgebracht, überwinden? Das Kind sehnt sich nach der Großmutter im fernen Leipzig und lernt, wie die Aachener zu reden: ein Schweben zwischen den Welten, das auch nicht zu Ende geht, als 1989 die Mauer fällt. Constanze Neumann erzählt von einem Leben im Dazwischen und wie man sich auf der Suche nach Heimat zugleich finden und verlieren kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2024
Constanze Neumann, vormals Leiterin des Aufbau Verlags, erzählt hier mit einer namenlosen Erzählerin wohl auch von ihrer eigenen Geschichte, vermutet die voll und ganz überzeugte Kritikerin Emilia Kröger. Die Familie kommt aus der DDR, ein Fluchtversuch scheitert, schließlich werden sie von der BRD freigekauft und kommen nach Aachen, da ist die Tochter noch ein kleines Kind, erklärt Kröger den ersten Teil der rund 200 Seiten. Doch auch in der BRD ist nicht alles Gold, was glänzt - die Erzählerin erlebt sowohl die Überheblichkeit des Westens als auch die Unterdrückungsmechanismen des Ostens. Mit "präzisen Beschreibungen von emotionalen Verwerfungen" ein Buch nicht nur über ein individuelles Schicksal, sondern auch über den Zeitgeist der 1970er und 80er Jahre, lobt die Rezensentin, die das sehr gern gelesen hat.
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