Herausgegeben von Martin Florack, Karl-Rudolf Korte und JuliaSchwanholz. Für die Politik in Zeiten von Corona fehlen die historischen Vergleiche. Umso reizvoller sind politik- und sozialwissenschaftliche Nachfragen: Was macht die Pandemie mit unserem politischen System? Wie widerstandsfähig und belastbar zeigt sich das Politikmanagement in Deutschland seit März 2020? Wie anfällig ist unsere moderne Risikogesellschaft? Gibt es überhaupt noch eine politische Normalität oder haben wir es mit einer Inflation von Krisen zu tun? Welche Folgen für die Demokratie kann man erwarten? Ist die "Coronakratie" gar ein politischer Möglichkeitsmacher? Oder bleibt am Ende alles so wie es ist bzw. war? Fest steht: Wir werden langfristig mit dem Virus und seinen Folgen leben und auch politisch umgehen müssen. Mit Beiträgen von Isabelle Borucki, Peter Dausend, Peter Graf Kielmansegg, Andrea Römmele, Gert Scobel, Till van Treeck, Ursula Weidenfeld u.a.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.03.2021
Rolf Lamprecht rezensiert diese Sammlung von 28 Aufsätzen, Redaktionsschluss Herbst 2020, mit Sympathie und mit Skepsis. Sympathisch ist ihm, wie hier Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen die Fragen aufblättern und diskutieren, die das Krisenmanagement der Politik insbesondere in Sachen Demokratie gestellt hat. Skeptisch liest er ihre Antworten, die selbst noch im "Wissen über unser Nicht-Wissen" (Habermas) verharren müssen, so dass sie eher das Fragen und Zweifeln vorführen als besonders stichhaltige Argumente liefern. Aber ebendiese Aufforderung zum Selberdenken an die geneigte Leserschaft schätzt der Kritiker bei aller Skepsis doch als Gewinn ein.
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