Aus dem Italienischen von Sabine Heymann. Um die rätselhafte, vielschichtige Mentalität der Italiener zu ergründen, begibt sich Corrado Augias auf geheime Nebenwege der italienischen Geschichte. In einer höchst spannenden historischen Spurensuche legt Corrado Augias die Geheimnisse Italiens frei und erklärt, warum sich viele Italiener, zumal im Mezzogiorno, bis heute mit der Demokratie und der Freiheit so schwer tun. Er beschreibt die Macht der Familien, das tiefe Misstrauen gegenüber dem Staat und die träge Schicksalsgläubigkeit vieler Italiener - den Nährboden, auf dem die Mafia und korrupte Politiker prächtig gedeihen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2014
In voller Größe steht der Italiener nach dieser Lektüre nicht vor Martin Mittelmeier. Das liegt daran, dass der Kulturjournalist und Romancier Corrado Augias seiner an sich hübschen und für den Leser durchaus profitablen subjektiven Perspektive nicht gänzlich vertraut, wie Mittelmeier feststellt. Gerade das "unordentliche", romaneske Erzählen im Buch jedoch hat es dem Rezensenten ganz besonders angetan. Wenn Augias etwa von Neapel und seinen "teuflischen" Bewohnern erzählt und zugleich deren Aufbegehren gegen die deutsche Besatzung einflicht, ist Mittelmeier begeistert. Ebenso wenn der Autor Anekdotisches und Soziologisches miteinander verwebt, um Stadt- und Ereignisgeschichte zu transportieren. Nicht auf der Höhe seiner Möglichkeiten ist das Buch für Mittelmeier immer dann, wenn Augias seinem sehr eigenen Zugriff nicht traut und stattdessen Bildung und Erläuterungen auffährt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.06.2014
Als recht gnadenloser Verriss liest sich Hans Wollers Besprechung des neuen Buches von Corrado Augias. Keinerlei neue Erkenntnis bracht es dem Rezensenten, der sich auch um die im Untertitel angedeutete Enthüllung italienischer Rätsel und Geheimnisse gebracht sieht. Als ohrenbetäubende Melange aus eigenen Erlebnissen, biografischen Skizzen und allerlei nicht nachvollziehbarer Umwegen beschreibt Woller das Buch. Vor allem das Ausblenden entscheidender historischer, politischer und sozialer Gegebenheiten lässt den Rezensenten fragen, wie man Geheimnisse enthüllen kann, wenn "man um die Gegenwart und ihre Vorgeschichte einen großen Bogen" macht.
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