Aus dem Französischen von Maria Hoffmann-Dartevelle. Im Nachwort zur Neuauflage erzählt de Roulet, wie er mit seinem Geständnis die Gemeinde Rougemont von einem Fluch erlöst hat. 1975. Auf einem eingeschneiten Berg hoch über Gstaad geht in der Nacht ein Chalet in Flammen auf, die Helikopter kommen zu spät. Die Schweizer Polizei geht von einer ausländischen Täterschaft aus und veröffentlicht das Phantombild nicht in der Schweiz. Das Chalet hat dem Pressemagnaten Axel Springer gehört, die Brandstifter werden im Umfeld der RAF vermutet.Der Urheber dieses Anschlags war der Schweizer Autor Daniel de Roulet, der in diesem Buch berichtet, wie er seine Tat geplant und quasi auf einem Sonntagsausflug in die Berge ausgeführt hat. Er erzählt von Irrtümern aus der Befangenheit des Kalten Kriegs heraus und von seiner Verblüffung, als er die posthume Nachricht entdeckte, die Springer für ihn am Tatort hinterlassen hat. Mit der Veröffentlichung löst er ein Versprechen ein, das er seiner Komplizin und damaligen Liebe kurz vor ihrem Tod gegeben hat.
Rezensent Helmut Böttiger zeigt sich ernüchtert von Daniel de Roulets wieder aufgelegter literarischer Verarbeitung eines spektakulären Geständnisses: Jahrzehnte nach einem Brandanschlag auf Axel Springers Chalet gibt sich der Autor als Täter zu erkennen - "ein Sonntagsterrorist", wie er selbstironisch schreibt. Doch trotz des dramatischen Stoffes bleibe der Text "literarisch eher belanglos". Die Mischung aus "Pathos, Distanz und Ironie" wirke gewollt, oft ungelenk, kritisiert Böttiger. Auch die Reflexion über die eigene Radikalisierung in der Jugend und die spätere Rückschau auf Springer als Figur gelingen nicht überzeugend, meint er. De Roulets Motive, etwa die Erinnerung an eine früh verstorbene Jugendliebe, bleiben skizzenhaft.
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