Deutsche Lebensmittelproduzenten und der Zweite Weltkrieg: Eine historische Aufarbeitung der "Gesellschaft für Nährwerterhaltung". Die Wehrmacht mit Lebensmitteln versorgen - das war der Zweck der 1939 gegründeten "Gesellschaft für Nährwerterhaltung". Nach heutigem Verständnis war sie ein Public Private Partnership-Projekt des Heeresverwaltungsamtes mit führenden deutschen Lebensmittelunternehmen: Involviert waren unter anderem die Firmen Dr. Oetker, Wilh. Schmitz-Scholl / Tengelmann und Knorr. Für die Unternehmen war dieser Auftrag lukrativ. Das Projekt war erfolgreich, die Umsatzzahlen explodierten schon kurz nach der Gründung. Gestützt auf reiches Quellenmaterial erzählt Daniela Rüther die spannende Geschichte der Gesellschaft sowie ihrer verschiedenen Akteure. Protagonisten waren nicht nur die Unternehmer und Angehörige des Oberkommandos des Heeres. Auch Vertreter der mit der Wehrmacht rivalisierenden SS versuchten, die Gesellschaft zu unterwandern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2020
Anregend und flott geschrieben findet Hartmut Berghoff Daniela Rüthers Studie über die Zusammenarbeit von Oetker, Tengelmann und Knorr mit dem nationalsozialistischen Regime in Sachen Trockennahrung. Mit der Wehrmacht als Versuchskaninchen und unter handfesten Eigeninteressen entstand eine seltsame Symbiose zwischen Staat und Industrie, erfährt Berghoff. Rüther liefert nicht nur die Einzelheiten dazu, sondern auch Innenansichten der Dikatur, meint der Rezensent. Welchen weiteren Weg die damals entwickelten "Lebensmittel" nahmen, darüber erfährt Berghoff bei Rüther leider nichts.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.11.2020
Rezensent Robert Probst ist fasziniert: Was macht eine "Gesellschaft für Nährwerterhaltung" im Krieg? Sie beschäftigt sich mit dem Ausbau einer Industrie für getrocknete Lebensmittel, die an jede Front viel Nährwert mit wenig Gewicht transportieren kann. Ein "Public-Private-Partnership-Projekt" sei es gewesen, das da von Lebensmittelindustrie (Dr. Oetker, Knorr) und Wehrmacht betrieben wurde, findet Robert Probst hier heraus. Ihm gefällt diese, wie er urteilt, erzählerisch strukturierte und dennoch historisch-analytisch gültige Arbeit auch deshalb, weil sie exemplarisch vorführt, wie die NS-Wirtschaft funktionierte - und wie ihre Protagonisten zwar heftig um Aufträge konkurrierte, später aber von nichts gewusst haben will.
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