Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.05.2004
Zwar geht in diesem Buch, sein Titel sagt's bereits, ums ganze letzte Jahrhundert, doch je näher die Beiträge darin der Gegenwart kommen, desto weniger fruchtbar sind sie, befindet Frank Ebbinghaus. Er hat dafür zwar eine Erklärung parat ("Kollektive Lebenslinien werden erst aus der Vogelperspektive sichtbar"), unzufrieden ist er aber dennoch. Die Texte zur Weimarer Republik seien vortrefflich geraten, doch schon mit der Zäsur 1945 werde der sozialwissenschaftlich- historische Blick "zunehmend unscharf". Plötzlich herrscht "generationelle Unübersichtlichkeit" - einerseits, denn andererseits setzt Ebbinghaus zufolge eine wahre "Zuschreibungswut" ein, die er besonders im Bezug auf die DDR-Bevölkerung kritisch beurteilt. Und was ist mit der jüngeren Gegenwart? Dem Band, findet er, hätte "ein Beitrag über die wichtigste deutsche Zäsur seit 1945 gut zu Gesicht gestanden. Aber während sich die '89er' publizistisch in Stellung bringen, schweift der Historikerblick in weite Ferne."
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