Das Buch beleuchtet die gemeinsame Geschichte der Schweiz und Ungarns, die ihren eigentlichen Höhepunkt während des Ungarnaufstandes und der anschliessend auftretenden Flüchtlingswelle im Herbst 1956 erreichte. Die grosse Anteilnahme der Schweiz an den Vorkommnissen in Ungarn kann jedoch weder von den wirtschaftlichen Verflechtungen noch von den diplomatischen Beziehungen her erklärt werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.10.2008
Rezensent Villö Huszai hält diese Dissertation von David Trefas für eine "Pionierarbeit", die sich eines ebenso spannenden wie heiklen Themas annimmt. Heikel deshalb, weil die Aufnahme von ungarischen Flüchtlingen im Jahr 1956 eine "heilige Kuh des schweizerischen Selbstverständnisses" ist, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg stark über humanitäres Engagement definierte. Ob und inwiefern dieses Engagement mit den politischen Zielen und den wirtschaftlichen Interessen der Schweiz zu tun hatte, wurde bislang allerdings kaum thematisiert. Ganz zufrieden ist Huszai mit der Studie trotzdem nicht - obwohl er beispielsweise Trefas Erschließung von Quellen ausdrücklich lobt. Dem Rezensenten scheint, als würden die Verhältnisse in Ungarn nicht mit derselben Schärfe untersucht, mit der sich der Autor mit den schweizerischen Interessen beschäftigt. Sei Fazit: Die "detailversessene parallele Darstellung der beiden Länder geht vereinzelt auf Kosten einer klaren Gewichtung - und übrigens zuweilen auch auf Kosten der Lesbarkeit".
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