Nach dem niedergeschlagenen Aufstand gegen das kommunistische Regime 1956 verließen rund 200.000 Personen Ungarn. Die Monografie erschließt Hintergründe der Flucht mit einer Skizze der Verhältnisse in Ungarn und der Vorgänge beim Volksaufstand. Bayern erlangte vor allem als Transit-, aber auch als Aufnahmeland einen besonderen Stellenwert. Die im Freistaat ankommenden Ungarinnen und Ungarn wurden überwiegend positiv aufgenommen. Dazu trugen die allgemeine antikommunistische Stimmung im Kalten Krieg sowie die spürbar verbesserte wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland bei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2022
Rezensent Georg Paul Hefty interessiert sich thematisch durchaus für diese Arbeit über die Integration ungarischer Flüchtlinge 1956 in Bayern, doch ist er nicht ganz glücklich mit dem Zugang, den Rita Kiss in ihrer Doktorarbeit wählt. Den Umfang findet er etwas übertrieben (von den 200.000 geflüchteten Ungarn hat Bayern gerade mal 1451 Menschen aufgenommen), noch schwerer wiegt aber, dass Kiss "mit Leidenschaft für jede Aktennotiz" vorgehe, damit aber höchstens dem Verwaltungshandeln gerecht werde, aber nicht den einzelnen Schicksalen. Denn Integration erweise sich eher an denen, meint Hefty, deren Leben keine amtliche Vermerke nach sich ziehe.
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