Deborah Lipstadt

Der neue Antisemitismus

Cover: Der neue Antisemitismus
Berlin Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783827013408
Gebunden, 304 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Stephan Pauli. Ob Berlin, Paris oder Brüssel: Heute müssen Juden Vorkehrungen treffen, wenn sie sich in diesen Städten bewegen, die Kippa wird aus Sicherheitsgründen gegen eine Basecap getauscht, jüdische Einrichtungen müssen gegen Angriffe geschützt werden. In den USA stützt sich Präsident Trump auf rechtsradikale Gruppen und verharmlost massive antisemitische Ausschreitungen. Der neue Antisemitismus ist ein weltweites Phänomen. Deborah Lipstadt spürt den Ausdrucksformen dieses Hasses in Europa, den USA und im Nahen Osten nach und erklärt die Ursachen seines erschreckenden Wiederaufstiegs auch jenseits rechtsradikaler und islamistischer Mileus. Sie zeigt auf, was Juden und Nichtjuden wissen müssen, um dem neuen Antisemitismus etwas entgegensetzen zu können, und warum sowohl blauäugiger Optimismus als auch düsterer Pessimismus gefährlich sind. Lipstadt warnt vor einem Hass, der sich ausbreitet wie Feuer. "Juden sind so etwas wie der Gradmesser der Gesellschaft. Wer sie angreift, greift alle demokratischen und multikulturellen Werte an."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2019

Rezensent Dan Diner liest das Buch der Holocaust-Forscherin Deborah Lipstadt mit großem Interesse. Dass sich die Autorin bei ihrer laut Diner ausdrücklich an eine breite Öffentlichkeit gerichteten dialogisch gehaltenen Untersuchung didaktisch bemüht, Aufklärung in Sachen Antisemitismus und neuer Antisemitismus zu geben, findet er redlich, auch wenn die Autorin ihr Material aus dem akademischen Milieu in den USA bezieht und aktuellere Ereignisse wie das Massaker in der Synagoge von Pittsburgh nicht miteinbezieht. Die Stereotype, Verschwörungsmetaphern und Opferhierarchie-Diskurse, die Lipstadt zutage fördert, findet Diner schockierend. Ob tatsächlich eine Zunahme antijüdischer Ressentiments zu verzeichnen ist, vermag Diner anhand der Ausführungen nicht zu entscheiden, der Anschein spricht allerdings dafür, meint er.

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