Herausgegeben von Thomas Auchter, Christian Büttner, Ulrich Schultz-Venrath und anderen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2004
Politische Analysen der Konflikte zwischen der westlichen und der islamischen Welt gebe es zuhauf, weiß Rezensent Klaus Englert. Untersuchungen über die Traumata der Intifada-Kinder, die paranoiden Vorstellungen und Motive der Selbstmordattentäter oder die Ursachen der spiegelbildlichen Feind- und manichäischen Weltbilder seien dagegen Mangelware. Gefehlt habe bislang die "unaufgeregte Stimme" der Psychoanalyse, die Erforschung der psychischen Dynamik jener Gewaltprozesse. Mit dem nun vorliegenden Band "Der 11. September", der "psychoanalytische, psychosoziale und psychohistorische Analysen von Terror und Trauma" bietet, sieht Englert diesen Mangel behoben. Als "wegweisend" würdigt er den Band gar. Neben Thomas Auchters Beitrag, der zeige, wie der islamistische Fundamentalismus zu einem grundlegenden Wandel in der "Ausbildung" und ideologischen Beeinflussung von Terroristen beigetragen habe, hebt er insbesondere Johannes Dösers Psychobiografie von Mohammed Atta hervor.
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