Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2003
Marion Löhndorf ist ziemlich beeindruckt, dass in diesem Roman einmal nicht die Romantik des armen aber idyllischen Irlands beschworen wird, sondern vielmehr die verderblichen Auswirkungen des wirtschaftlichen Wachstums auf die Insel. Als eine besondere "Qualität" des Buches beschreibt die Rezensentin, dass der Autor sich nicht um Sympathien für seine Hauptfigur bemüht, die ein "blasser Antiheld" bleibt. In dem Roman besorgt sich der Protagonist eine falsche Identität und verschwindet nach Valparaiso, von wo er nach 10 Jahren desillusioniert nach Dublin zurückkehrt, fasst Löhndorf zusammen. Sie findet es faszinierend, wie "geschickt" es dem irischen Autor gelingt, die Darstellung einer unglücklichen Kindheit und eines misslungenen Lebens mit "Politik und Geschichte" zu verknüpfen. Geradezu "beiläufig" stellt Bolger den moralischen Niedergang bei gleichzeitigem wirtschaftlichem Aufschwung dar, so die Rezensentin begeistert. Manchmal allerdings ist ihr der "sozialkritische" Tonfall des Buches allzu "mustergültig", räumt sie ein, wenn sie es auch sehr begrüßenswert findet, dass in diesem Buch eine "Entmystifizierung" Irlands betrieben wird.
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