In den 1930er Jahren entdeckten der Bildhauer und Grafiker Gerhard Marcks (1889-1981) und seine Familie Niehagen in der Nähe von Ahrenshoop als Urlaubsdomizil. Der Künstler erwarb ein Haus als Sommersitz, während er ab 1936 in Berlin arbeitete. 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten 86 seiner Arbeiten und diffamierten fünf seiner Werke in der Ausstellung "Entartete Kunst". Anschließend erhielt er Ausstellungsverbot. Niehagen war für ihn in dieser Zeit Rückzugs- und Ruhepunkt, aber auch Inspiration, wie man an seinen Zeichnungen mecklenburgischer Landschaften sehen kann. Detlef Hamer beleuchtet Marcksens Niehagener Zeit und das Schaffen des Künstlers in Text und mehr als 130 Abbildungen seiner Werke.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2013
Für Sebastian Kleinschmidt hat sich der Autor mit diesem Band einmal mehr um das Werk von Gerhard Marcks verdient gemacht. Detlef Hamer erzählt die Fischland-Jahre des Künstlers (1930-1946) nach seinem Rauswurf durch die Nazis. Für Kleinschmidt schon deshalb mehr als ein fehlendes Stück Künstlerbiografie, weil der Autor neben Werk und Familie des Künstlers die dörflichen Umstände anvisiert, das Idyll zu Zeiten der Diktatur und des Schreckens. Für den Rezensenten hat es etwas von einem Korrektiv, einem großen Trost, unter dessen Eindruck Marcks ein Werk schuf, das der Band dem Leser und Betrachter nicht vorenthält, wie Kleinschmidt dankbar verbucht.
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