Im siebten und letzten Band der Reihe führt Detlev Brunner die einzelnen Teilergebnisse zu einer Bilanz des ersten Jahrzehnts nach der Wiedervereinigung zusammen. Mit der Friedlichen Revolution von 1989 und ihren Folgen sahen sich die Deutschen ab 1990 vor die Chance und die Herausforderung gestellt, aus zwei ideologisch und system-strukturell gegensätzlichen Teilstaaten eine Einheit zu formen. Es galt, ökonomische und soziale Strukturen zu transformieren, staatliche Verwaltung zu reorganisieren, Parteien und Verbände aufzubauen und unterschiedliche in Demokratie und Diktatur gewachsene Identitäten zusammenzuführen. Dabei wirkten sich die "Probleme der Einheit" in den verschiedenen Regionen des vereinten Deutschlands sehr unterschiedlich aus.Brunner richtet in seiner Darstellung den Blick nicht nur auf Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, sondern auch auf innen- und außenpolitische Herausforderungen der Zeit und bietet so einen gleichermaßen detailreichen wie pointierten Überblick über ein turbulentes Jahrzehnt deutscher Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2022
Rezensent Rene Schlott hält es zwar für "unglücklich", dass die Reihe "Geteilte Geschichte. Deutschland 1945-2000" ausgerechnet mit Detlev Brunners bilanzierendem Abschlussband beginnt, die Rolle der Treuhand bei der wirtschaftlichen Transformation im Osten allerdings kann ihm der Autor überzeugend darlegen. Spannend vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges erscheint Schlott der Teil, der sich mit der Außenpolitik des wiedervereinten Deutschland befasst. Bedauerlich findet er, dass der Autor auf kulturelle Entwicklungen wie zeitgenössische Romane nur kursorisch eingeht. Ermüdend sind für Schlott die vielen Umfrageergebnisse und Prozentzahlen im Band.
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