Michael Wala

Der Stasi-Mythos

DDR-Auslandsspionage und der Verfassungsschutz
Cover: Der Stasi-Mythos
Ch. Links Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783962891923
Gebunden, 352 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Bis heute gilt die für Spionage in der Bundesrepublik zuständige Abteilung der DDR-Staatssicherheit, die HVA, als einer der besten Auslandsgeheimdienste seiner Zeit. Von ehemaligen Mitarbeitern wird dieses Bild sorgfältig gepflegt. Unabhängig überprüfen ließ es sich bislang nicht, da fast alle einschlägigen Unterlagen vernichtet wurden. Doch nun muss die Geschichte des deutsch-deutschen Geheimdienstkrieges neu geschrieben werden. Michael Wala erhielt exklusiven, vollständigen und uneingeschränkten Zugang zum Geheimarchiv der Spionageabwehr des Bundesamts für Verfassungsschutz. Sein Buch legt erstmals offen, mit welchen Methoden der Verfassungsschutz versuchte, DDR-Spione ausfindig zu machen, und welchen Erfolg er dabei hatte. Dabei widerlegt es zahlreiche Mythen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2024

Seinem Anspruch, den Auslandsgeheimdienst der DDR auf Grundlage umfassender Quellenstudien zu entzaubern, wird Michael Walas Buch in keiner Weise gerecht, urteilt Rezensent Helmut Müller-Enbergs. Der Rezensent legt dies am Beispiel des enttarnten Spions Günter Guillaume dar: Walas äußerst knappe Rekonstruktion des Falles lässt laut Müller-Enberg zahlreiche wichtige Quellen, unter anderem auch Guillaumes eigene Darstellung, außer Acht. An anderer Stelle werden dafür Behauptungen aufgestellt, die Walas These stützen sollen - unter anderem wird behauptet, DDR-Agenten seien zu Tausenden vom Westen abgeworben worden -, für die der Autor jedoch jeden Beleg schuldig bleibt. Am Ende seines veritablen Verrisses stellt Müller-Enberg ernüchtert fest: Auf die Geschichte der BRD-Spionageabwehr müssen wir weiter warten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2023

Die Stasi gilt vielen immer noch als eine der historisch erfolgreichsten Spionageorganisationen, insbesondere was Spitzeleien im Ausland angeht, weiß Rezensent Christoph Koopmann. Das Buch des Historikers Michael Wala nun räume mit dieser Legende zumindest teilweise auf. Der ehemalige Kontrahent der Stasi, der bundesdeutsche Inlandsnachrichtendienst hat Wala Akteneinsicht ermöglicht, so Koopmann, und das entstandene Buch zeigt, dass die DDR-Agenten keineswegs immer mit ihren Aktivitäten durchkamen. So zeichnet Wala laut Koopmann Strategien der bundesdeutschen Spionageabwehr nach, die zahlreichen Agenten das Handwerk legte. Auch konnten viele der zumeist keineswegs ideologisch gefestigten, sondern eher geldgierigen Agenten abgeworben werden, hat Walla Koopmanns zufolge herausgefunden. Freilich, merkt der Rezensent an, ändern diese neuen Erkenntnisse nichts an der Tatsache, dass die DDR viele Agenten erfolgreich auch in wichtigen Positionen platzieren konnte; außerdem könne Wala natürlich nur über die erwischten Spione schreiben - die Stasi-Auslandsspionageakten selbst wurden in der Wendezeit weitgehend vernichtet.

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