Franz Xaver Mozart, Sohn des großen Mozart und ebenfalls Komponist, lässt sich 1808 in Galizien, der entlegensten Provinz des Habsburgerreiches, nieder, beruflich im tiefen Schatten des Vaters, privat im Bann einer verheirateten Frau , und das Leben kommt langsam zum Stillstand. Vier Irokesenhäuptlinge aus Amerika werden 1710 nach London zu einem Staatsbesuch gebracht, ihr Schicksal schon besiegelt. Und gelingt es, den großen Goethe brieflich von den Qualitäten seines verschmähten Kollegen E.T A. Hoffmann zu überzeugen, der ganz im Verborgenen ein radikales und riskantes Leben führt?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2008
Thomas Meissner dankt dem Autor für diesen Fund. Dieter Kühns Verdienst sieht er darin, den vermeintlichen Sohn Mozarts aus der Randfigurenexistenz zu befreien und ihn "behutsam" anhand von Fakten, Zeugnissen und Gerüchten, aber ohne schnelle Schlüsse zu porträtieren. Wenn Kühn dabei Reflexionen über seinen Standpunkt (Romanautor oder Biograf?) einfließen lässt, stört das den Rezensenten nicht, sondern gibt ihm sogar einen roten Faden an die Hand, der ihn durch den Text navigiert. Einsichten zu Franz Xaver Mozarts Schöpfertum und der Rolle seines großen Namens für seine künstlerische Entwicklung nimmt der Rezensent mit nach Hause, ferner eine etwas ermüdende Bekanntschaft mit dem Werk E. T. A. Hoffmanns sowie die dafür "entschädigende" Lektüre der titelgebenden "Mozarterzählung".
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