Am Anfang steht das Portrait sechs junger Menschen, wie sie verschiedenartiger nicht sein könnten: von der verwöhnten Schülerin Monika über zwei unterschiedlich ambitionierte Widerstandskämpfer, einen Leutnant und einen vom Endsieg überzeugten Obergefreiten bis hin zur 17jährigen Jutta, die bei den Angriffen auf Dresden ihren Vater verliert. Die einzelnen Lebensläufe verknüpfen sich, als die jungen Leute nach Kriegsende ihre Studien an der Berliner Humboldt-Universität aufnehmen. Angewidert von der zunehmend wachsenden Uniformierung des östlichen Lehrbetriebs wenden sie sich bald wieder ab und ziehen mit Kommilitonen und Professoren aus, um beim Aufbau der Freien Universität im westlichen Teil Berlins dabei zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.03.2003
Susanne Ostwald feiert diesen Roman über die Gründung der Freien Universität in Berlin, der nun nach 40 Jahren neu aufgelegt wurde, als "bedeutendes Werk der Nachkriegsliteratur". Es beeindruckt sie "tief", mit welcher "Souveränität" es dem damals erst 26jährige Autor gelingt, seine komplizierten Handlungsstränge zusammenzufügen und damit ein "breit gefächertes Panorama" der Studentenbewegung nach dem Krieg und der Zeit des Kalten Krieges zu entfalten, führt sie aus. Dass das Buch dann auch noch so "spannend wie ein Politkrimi" erzählt ist, lobt Ostwald nachdrücklich. Dabei zeigt sich die Rezensentin auch verblüfft, mit welch "enormer Kenntnis" und "großem Gespür" der Autor, der selbst zu den ersten Studenten der FU gehörte, die politische Situation in Berlin schildert.
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