"Berlinromane" sind es keine, befindet Rezensent Werner Jung über Martin Kessels zwei neu herausgegebene Romane "Die Schwester des Don Quijote" (1938) und "Lydia Faude" (1965), sondern eher Belege dafür, dass Kunst Realität zu sein hat - in aller Freiheit. Dass man dem ersten Roman seine Entstehung während der NS-Diktatur nicht anmerkt, kann Jung als "Rückzug in die Kunst" noch verstehen. Dass aber der Anfang der sechziger Jahre geschriebene Roman "Lydia Faude" genauso zeitlos und "unkonkret" wirkt, ärgert den Rezensenten. Kessel habe hier einen "gemäßigt satirischen, erzähltechnisch hausbackenen Roman" geschrieben, der von einer talentierten Schauspielerin erzählt, die letztlich doch nur "kleine Brötchen backt". Hier wird zwar bewiesen, "dass Literatur auch aus purem Sprach- und Wörterspiel möglich ist und sein darf", doch kann es durchaus sein, warnt Jung, dass einem in solchen "Höhen" die Leserpuste ausgeht.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…