Dass Theodor Storm im bürgerlichen Beruf Advokat, Landvogt und zuletzt preußischer Richter war, ist kaum bekannt. Dabei spiegelt Storms wechselvolle Juristenlaufbahn auf faszinierende Weise die zersplitterte damalige Rechtslandschaft und die staatsrechtlichen Wirren bis zur Gründung des Deutschen Reiches wider. Storms Dichterruhm ist es zu verdanken, dass eine Fülle von Zeugnissen seines juristischen Werdeganges erhalten geblieben sind. Der Verfasser stellt rechtsgeschichtliche Zusammenhänge dar, macht Berufstypisches eines Richterlebens im 19. Jahrhundert sichtbar und entfaltet ein Portrait des Juristen Theodor Storm.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2002
Matthias Richter sieht in dem Buch über Theodor Storms juristische und künstlerische Lebensbeschreibung eine nicht ganz einfache, aber durchaus geglückte Fallstudie. Der Autor Heiner Mückenberger, da selbst Jurist, verstehe es, durch Zusammenfassung und Neubewertung zahlreicher Dokumente die "rechtsgeschichtliche Lebensbeschreibung" Storms nachzuzeichnen, ohne dabei die menschlichen und künstlerischen Aspekte zu vernachlässigen. Die Meinung des Autors, dass Storms Literatur nur von "nichtrationalen Ideen" geprägt sei, hält der Rezensent für umstritten und kommt zu dem Schluss, dass über den Dichter Storm noch lange nicht alles gesagt ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 14.08.2001
Seit drei Jahren verweilt der Frankfurter Richter Heiner Mückenberger im Ruhestand. Doch Ruhestand ist hier das falsche Wort, denn seit der Pensionierung hat sich der Jurist fast ausschließlich mit einer Facette im Leben des Schriftstellers Theodor Storm (1817-1888) beschäftigt, die den meisten Literaturwissenschaftlern und Storm-Biografen eher abhold ist. Storm war im Hauptberuf Advokat, Landvogt und preußischer Richter. Der Beruf war ihm zwar verhasst, aber zumindest konnte er damit seine schriftstellerische Tätigkeite finanzieren, informiert Rezensent Norbert Leppert. Mückenberger nun hat sich die Mühe gemacht, auf den juristischen Spuren Storms zu wandeln, hat Tausende von zum Teil bisher unveröffentlichten Briefen gelesen, die Staatarchive in Schleswig und Berlin aufgesucht und ein "stattliches", "mit leichter Hand geschriebenes" Porträt erstellt, findet der Rezensent, das mit zahlreichen Fotos und Dokumenten aufgelockert werde. Eines scheint Leppert sehr zu amüsieren: Nach Mückenberger war Storm ein allenfalls durchschnittlicher Jurist ohne die geringste Entscheidungsfreude, einer eben, der nach allerlei "Malaisen" wie Kopfschmerzen, Neuralgien und Störungen des Geruchssinns endlich vorzeitig sein Amt aufgeben durfte und fortan glücklich dem Schreiben nachging.
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