Der systematische Ausgangspunkt dieser Arbeit ist Hegels Anspruch, durch eine "Selbstbewegung des Begriffs" den objektiven und kontinuierlichen Zusammenhang allen Wissens sich generieren zu lassen. Um dies zu ermöglichen, habe das denkende Subjekt sich dabei lediglich "zuschauend" zu verhalten. Im ersten Hauptteil arbeitet der Autor heraus, daß jenes "Zuschauen" im "Medium" des individuell denkenden Subjekts "Brechungen" erfährt, was insbesondere für die realphilosophischen Teilstücke des Hegelschen Systems gilt. Der zweite Hauptteil weist dann solche "Brechungen" anhand der erheblichen Differenzen auf, die zwischen Hegels verschiedenen Systematisierungen seiner Seelen-, Bewusstseins- und Geisteslehre (der "Philosophie des subjektiven Geistes") bestehen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.08.2002
Seit etwa 15 Jahren ist die Hegel-Forschung bei dessen Lehre vom subjektiven Geist angekommen, einem hochgradig verdichteten Text, wie Hans Friedrich Fulda in seiner Besprechung schreibt. Dirk Stederoth kommt seines Erachtens die Ehre zu, als erster diesen Teil der Hegelschen Encyclopädie-Paragrafen als systematisches Ganzes untersucht zu haben. Auch das Niveau von Stederoths Studie beeindruckt den Rezensenten, ebenso dessen Bereitschaft, sich tatsächlich auf seinen Gegenstand und die komplexe Hegelsche Philosophie einzulassen. Bedauerlich findet es Fulda in diesem Zusammenhang nur, dass sich Stederoth vor einer Kritik an älteren Arbeiten scheut. Entschädigt werde der Leser aber durch die Qualität seiner Ausführungen, in welchen es um die "autonome Selbstbewegung objektiver Gedankenbestimmungen" beziehungsweise das Einbrechen der Empirie in die Philosophie geht. Im Laufe von Stederoths Untersuchung verlagert sich der Schwerpunkt allerdings von dem eigentlichen Text zu den Vorarbeiten Hegels sowie dessen Vorlesungen. Das hat Folgen, meint Fulda: Aus Stederoths Untersuchung sei selbst eine Vorarbeit geworden, allerdings eine ganz wesentliche.
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