Dirk von Petersdorff nimmt die Gegenwart in den Blick, fängt das Schnelllebige ein: Seine Sprache scheut vor nichts zurück, ist komisch und frech, schlägt verspielt Kapriolen, sinniert und phantasiert. Das Triviale und das Abgründige, die flüchtige Beobachtung des Alltäglichen und die Bodenlosigkeit der Existenz, skizziert mit leichter Feder und kräftigen Strichen die Kontingenz der Aktienkurse und die "Kälte, ganz innen, die niemand versteht".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.06.2005
Eine "flügelleichte Anverwandlung von etwas schon Dagewesenem" findet Christoph Bartmann in den Gedichten Dirk von Petersdorffs. Die Lyrik der Gegenwart beginne für Petersdorff erst jenseits der "modernistischen Labor- und Verfahrungsdichtung", berichtet Bartmann, und dürfe sich deshalb einen zwanglosen Umgang mit literarischen Vorbildern leisten. Alles sei erlaubt bei Petersdorff, wenn es nur dem obersten Zweck dient: die Fülle des Lebens und der Literatur abzubilden. Bartmann lobt die oft auf traditionelle lyrische Formen Bezug nehmenden Gedichte als "leichtfüßig und geistreich". Sie bezeugten ein "erhebliches Maß" an Kunstverstand, gute Stimmung verbreite Petersdorff ohnehin. Einen Epigonen mag Bartmann den Dichter aber nicht nennen, gelinge es ihm doch, die Welt "frisch und verführerisch" darzustellen, und zwar in einer Sprache, "die zwanglos aus dem Ältesten und aus dem Allerneuesten schöpft".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.11.2004
Bisher ist der Lyriker Dirk von Petersdorff eher als ironie- und
dekonstruktionsfreudiger Luftikus und Erbe Enzensbergerscher
Leichtigkeit aufgefallen, stellt der Rezensent Michael Braun fest.
Diesmal aber zeige er sich, teilweise zumindest, von einer anderen
Seite. Der hohe Ton wird keineswegs verschmäht, formal dichtet
Petersdorff auffallend traditionell, es finden sich: "Sonett,
Volksliedstrophe, Emblem", ohne Scheu vor der Idylle. So ganz geht der
neue Ernst aber doch nicht mit rechten Dingen zu, räumt Braun ein: Die
"diskreten Ironisierungen der Szenerie" bleiben zuletzt kaum einmal aus.
Man wird das Gefühl nicht los, dass der Rezensent das, obwohl er es so
klar nie sagt, eher bedauerlich findet.
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