Mit einem Beitrag von Anastasia Firsowa und ca. 180 Abbildungen. Iwan Scholtowski gilt als Schlüsselfigur der sowjetischen Architektur. 1932 wurde er durch den Wettbewerb für den Palast der Sowjets weltbekannt. Nach Stalins Hinwendung zum sozialistischen Klassizismus, die das Ende des russischen Konstruktivismus bedeutete, übernahm Scholtowski die Leitung für die Ausbildung der sowjetischen Architekten entsprechend der neuen stilistischen Regeln. Seine Entwurfsmethoden sind in Russland bis heute sehr populär geblieben. Das Schicksal und das schöpferische Leben Scholtowskis bleiben jedoch weitgehend rätselhaft. In diesem Buch werden Leben und Werk von Iwan Scholtowski erstmals kritisch in den Kontext der despotischen Herrschaft Josef Stalins eingebettet. Teils unveröffentlichte Zeichnungen aus dem Staatlichen Architekturmuseum in Moskau illustrieren dieses wichtige Kapitel der sowjetischen Baugeschichte. Anmerkung: Für russische Namen und Begriffe wurde im gesamten Buch die im Deutschen übliche Duden-Umschrift verwendet. Andere Schreibweisen des Namens Scholtowski sind Sholtowski (DDR-Umschrift), Zholtovsky (englische Transkription) und Žoltovskij (wissenschaftliche Transliteration).
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.11.2015
Wie künstlerisches und politisches Handeln zusammengehen können, lernt Rezensentin Christine Tauber in Dmitrij Chmelnizkis Buch über den regimetreuen Sowjet-Architekten Iwan Scholtowski. Tauber begrüßt den kritischen Ton in der Betrachtung des Stalin-Preisträgers und obersten Architektur-Zensors der Sowjets. Umso bedauerlicher findet sie jedoch, dass der Autor Fragen nach Auftraggebern und Mechanismen im Architekturgeschäft der UdSSR nur spekulativ begegnet und kein Archivmaterial bemüht. Die Gestalt Scholtowskis erscheint Tauber am Ende nur noch rätselhafter. Zumal nicht alle Texte und Literaturtitel der russischen Ausgabe für den Band übersetzt wurden, wie die Rezensentin feststellen muss, und der ebenfalls enthaltene Text der Scholtowski-Schülerin Anastasia Firsowa für Tauber ein ideologisch-legitimistisches, Chmelnizkis Text konterkarierendes Floskelwesen darstellt.
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