Illustrierte Geschichte 1928-1996. Mit einer Einleitung von Zvi Gitelman, einem Bildteil von Bradley Berman und einem Vorwort von Arno Lustiger. Aus dem Amerikanischen von Andrea Marenzeller.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.06.2004
Die Einrichtung einer jüdischen Siedlungszone im unwirtlichen Osten der Sowjetunion war von vornherein zum Scheitern verurteilt, schickt Ulrich M. Schmid seiner Buchbesprechung voraus: zum einen wollte man den sowjetischen Juden eine sozialistische Alternative zum Zionismus bieten, zum anderen betrieb man das Absterben aller Religionen und damit auch der jüdischen, erklärt er. Birobidshan heißt der Distrikt an der chinesisch-sowjetischen Grenze der 1928 zum offiziellen Terrain für jüdische Siedler und 1934 sogar zum autonomen Gebiet erklärt wurde. Der amerikanische Historiker Robert Weinberg hat nun in einem ansprechend gestalteten Buch mit zahlreichen Bilddokumenten die Geschichte dieses Gebiets aufgearbeitet, das es formal, erläutert Schmid, heute noch gibt. Der Anteil der jüdischen Bevölkerung sei auf vier Prozent gesunken. Doch von Anfang an habe es relativ wenige jüdische Siedler in das unattraktive Gebiet gezogen: von den 109 000 Siedlern, die im Jahr 1939 in Birobidshan gezählt wurden, waren nur 18 000 Juden. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb auch dieses autonome jüdische Gebiet nicht von Stalins antisemitisch geprägten Säuberungskampagnen verschont, weiß Schmid. Für ihn wie für den Historiker Weinberg ist Birobidshan damit zum Symbol der gescheiterten Politik Stalins gegenüber den sowjetischen Juden geworden.
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