Dieses Buch stellt fünf einflussreiche Intentionalitätsmodelle vor, die im 13. und 14. Jahrhundert entstanden sind. Dabei werden so unterschiedliche Autoren wie Thomas von Aquin, Petrus Johannis Olivi, Dietrich von Freiberg, Johannes Duns Scotus, Petrus Aureoli, Hervaeus Natalis, Wilhelm von Ockham und Adam Wodeham berücksichtigt. Die Theorien dieser Philosophen werden einerseits in ihrem historischen Kontext rekonstruiert und erklärt, andererseits aber auch auf ihre spezifischen Thesen hin geprüft und mit Blick auf heutige Debatten analysiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2002
Intentionalität beschreibt das Gerichtetsein der menschlichen Wahrnehmung, der Sprache, des Denkens auf die Welt. Wie das funktioniert, das ist Gegenstand einer ausdifferenzierten Diskussion in der angelsächsischen analytischen Philosophie. Dass die Frage jedoch eine überaus ehrwürdige Tradition hat und bereits im Mittelalter von den führenden Philosophen ausführlich erörtert wurde, führt diese Studie vor. Ja, Dominik Perler unternimmt die Engführung der mittelalterlichen und der aktuellen Diskussion, mit staunenswerten Ergebnissen, wie der Rezensent Kurt Flasch meint. Lernen könne man gerade durch den Vergleich, neben vielem anderen, wie komplex (und rational) diese Probleme bereits bei Thomas von Aquin, Duns Scotus und Wilhelm von Ockham verhandelt wurden. Auch die Darstellung sowie die Eingrenzung des Stoffes ist, so Flasch, dem Autor bestens gelungen. Dass man (sich) nach der Lektüre weitere Fragen stellt, gereiche dem Buch als philosophischem nur zur Ehre. Es handelt sich, stellt der Rezensent fest, um einen "bedeutenden Wurf".
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