Klappentext
Aus dem Englischen von Alexander Konrad. Das Rom der fünfziger Jahre. Zwei Menschen aus völlig verschiedenen Welten treffen aufeinander: der New Yorker Broker Forrest und der siebzehnjährige Römer Marcello. Während Forrest nach einer Ehekrise einsam und ohne wirkliches Ziel in der Ewigen Stadt herumstreift, hat Marcello ernste Schwierigkeiten mit seinem Vater und steht noch fragend vor seiner Zukunft. Ihr Zusammentreffen führt bei beiden zu unerwarteten Gefühlen. Und am Ende erwachsen daraus überraschend die Antworten, nach denen sie beide gesucht haben.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 24.10.2025
Recht schmal, unscheinbar und "wie aus der Zeit gefallen" wirkt Donald Windhams Roman "Zwei Menschen" auf den ersten Blick. Rezensent Tobias Lehmkuhl wirft jedoch einen zweiten Blick auf den Text und entdeckt ein großartiges, feinsinnig arrangiertes Kunstwerk, das weniger aus der Zeit gefallen ist, als "zeitlos". Zeitlos in seiner schlichten Schönheit und Leichtigkeit, die keineswegs Zufallsprodukt sind, sondern das Ergebnis einer präzisen Kompositionsarbeit, weiß Lehmkuhl. Zeitlos in der Art und Weise, wie Windham hier die beiden Perspektiven seiner Protagonisten miteinander verschränkt. Zeitlos aber auch in seinen Motiven, Figuren und Themen: Ein Mann, ein New Yorker Aktienhändler, unzufrieden in seiner Ehe, flaniert durch Rom und begegnet einem jungen Römer, von dem er sich ähnlich angezogen fühlt, wie von der Stadt selbst. Dieser junge Römer wiederum, der dem schwierigen Verhältnis zu seinem Vater zu entfliehen versucht, schätzt den Mann, schätzt ihre Treffen, lesen wir. Es entwickelt sich ein Verhältnis, welches so selbstverständlich ist, dass es keiner Bezeichnung bedarf, erklärt Lehmkuhl. Nein, hier geht es nicht um sexuelle Orientierung, sondern um das "Begehren nach Schönheit, Liebe, Geborgenheit", und das ist… zeitlos eben, so der berührte Rezensent.