Müssen Mädchen erst zur Frau erzogen werden? Sind Männer Produkte einer patriarchalen Ideologie? Oder umgekehrt: Sind wir willenlose Sklaven unserer Chromosomen und Hormone? Kaum ein Thema ist ähnlich anfällig für Klischees und Fiktionen, Vorurteile und Denkverbote. Die Autorin analysiert die aktuellen Befunde zur Frage der Geschlechtsunterschiede aus einer Synopse kulturwissenschaftlicher, entwicklungspsychologischer und evolutionsbiologischer Perspektiven. Sie zeigt, dass dem Zusammenspiel von Anlage und Umwelt weder mit einem groben Entweder-oder noch mit einem unverbindlichen Sowohl-als-auch beizukommen ist, dass Kultur vielmehr als die spezifisch menschliche Weise begriffen werden muss, mit der eigenen Natur umzugehen, ihre Herausforderungen anzunehmen und ihre Vorgaben kreativ weiterzuentwickeln.
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