Aus dem Amerikanischen von Kathrin Razum. Als Cassandra Edwards sich zur Hochzeit ihrer Zwillingsschwester Judith aufmacht, hat sie vor allem eines im Sinn: die Vermählung zu verhindern. Was will ihre hochmusikalische Schwester mit irgendeinem durchschnittlichen, jungen Arzt - wie hieß er noch? Seinen Namen kann sie sich nicht merken. Kompromisse und Mittelmaß sind ihr ein Gräuel, und radikal sich selbst treu zu bleiben, das ist in ihrer Familie oberstes Familiengebot. Wird Cassandra auf der Suche nach sich selbst in ihrer symbiotischen Beziehung zu Judith gefangen bleiben? Wird Judith die Reise ins Unbekannte antreten und sich aus der beklemmenden schwesterlichen Zweisamkeit befreien können? Beiden steht eine existentielle und, wie sich zeigen wird, extrem bedrohliche Herausforderung bevor.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 26.11.2015
Für Rezensent Ulrich Greiner ist Dorothy Bakers erstmals 1962 erschienener Roman "Zwei Schwestern" eine fulminante Entdeckung. Schon allein Bakers kluger und feinsinniger Erzählton, der zudem von Kathrin Razum grandios übersetzt worden sei, zieht den Kritiker in den Bann. Vor allem aber fasziniert ihn die Geschichte um die Zwillinge Judy und Cassie, die nicht nur ein großes Seelendrama entfalte, sondern von der Autorin auf brillante Weise zu einem komödiantischen Ende geführt werde. Baker gelingt es Ironie und Pathos, Witz und Ernst virtuos miteinander zu verbinden, lobt der Kritiker, der sich kaum genug über die Wiederentdeckung dieses intelligenten Adoleszenzdramas freuen kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2015
Hymnisch bespricht Rezensent Martin Halter Dorothy Bakers Roman "Zwei Schwestern", dem er kaum anmerkt, dass er bereits 1962 erschienen ist. Vielmehr fasziniert den Kritiker der Witz und die Intelligenz mit der Baker von den zwei eng verbundenen Zwillingen Cassandra und Judith erzählt, die durch Judiths Hochzeit erstmalig getrennt werden. Großartig wie die verzweifelt lebensängstliche, übermütig sarkastische Cassandra wie eine Schwester von Ingeborg Bachmann oder Sylvia Plath erscheint und hier der American Way of Life geschildert wird, findet der Rezensent, der auch Bakers ebenso diskretes wie raffiniertes Spiel mit freudianischen und mythologischen Symbolen und klassischen Zitaten bewundert. Nicht zuletzt lobt der Kritiker die Übersetzung von Kathrin Razum, die dieses bewegend fesselnde Meisterwerk elegant ins Deutsche übertragen hat.
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