Aus dem Amerikanischen von Nikolaus Stingl. Wir alle kennen jene raren Momente der Freiheit, die nur uns ganz allein gehören. Man setzt sein gesamtes Erspartes auf den Außenseiter und verliert - und ist aber dennoch vollkommen glücklich, weil man weiß: Man hat das einzig Richtige getan. William Saroyan spürt diesen Momenten zielstrebig nach. Er findet sie nicht etwa an den Orten der großen Versprechen, sondern mitten im Dreck des amerikanischen Alltags. Denn auch das ist Amerika: Die Armenier, Assyrer, Filipinos, Mexikaner in seinen Storys bringen trotz Armut und Diskriminierung die Welt zum Leuchten. Mit sperrangelweit geöffneten Herzen folgen sie ihrer ganz eigenen Logik, die uns so wunderbar den wohlstandsverwahrlosten Kopf verdreht, ehe er an der genau richtigen Stelle einrastet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.12.2017
Beglückend findet Rezensent Jan Wilm William Saroyans Erzählungen, stilistisch nüchtern wie Hemingway, aber mit dem melancholischen Humor eines Chaplin. Die von Nikolaus Stingl erstmals "kongenial" übertragenen Texte bieten einen Querschnitt durch die frühen und besten Storys, meint er. Gut scheint ihm der Autor vor allem darin, auf die Seelenklänge seiner Figuren zu lauschen, der Drifter, Trinker, Hasardeure und Tagelöhner. Als Setting dient den Geschichten oft ein freundliches Kalifornien, staunt der Rezensent.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…