Aus dem Amerikanischen von Susanne Höbel. Mit einem Nachwort von Judith Hermann. Als Martin Guerre nach langjähriger, rätselhafter Abwesenheit endlich zu seiner Frau zurückkehrt, ist Bertrande de Rols, eine Frau von 30 Jahren, von Sinnen vor Glück. Der inzwischen zehnjährige Sohn weicht dem Vater nicht mehr von der Seite, das Gut blüht auf, die große Familie ist wieder vereint. Acht Jahre lang hatte Bertrande sich gesehnt, hatte gebangt und gezürnt, war weder Witwe noch frei gewesen, und jetzt - endlich - kann sie sich hingeben. Der Liebe, ihrer Sinnlichkeit, seinem Begehren. Welcher Dämon treibt ihr plötzlich Zweifel ins Herz? Ist der Mann, den sie liebt, wirklich Martin? Hin- und hergerissen zwischen ihrer Sehnsucht nach Zugehörigkeit und einer düsteren Ahnung, entfesselt sie eine richterliche Untersuchung - und eine Tragödie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2018
Rezensentin Maria Frisé ist dankbar, dass Janet Lewis' bereits 1941 veröffentlichter und inzwischen zweimal verfilmter Roman "Die Frau, die liebte" nun endlich auch in einer vorzüglichen Übersetzung von Susanne Höbel auf Deutsch vorliegt. Gebannt folgt die Kritikerin der wahren und von Lewis laut Frisé in "vollkommene Sprache" gekleideten Geschichte um die junge Bertrande de Rols, die im Jahre 1539 als Elfjährige mit dem gleichaltrigen, gewalttätigen Martin Guerre verheiratet wird, der, gedemütigt durch seinen Vater, den Hof bald verlässt und mutmaßlich in den Spanischen Krieg zieht. Jahre später taucht ein Fremder am Hof auf, der sich als liebevoller, geläuterter Martin ausgibt und zwei Kinder mit Bertrande zeugt - bis erste Zweifel, eine Gerichtsverhandlung und schließlich das Erscheinen des echten Martins das Spiel beenden, resümiert die Rezensentin. Nicht zuletzt lohnt die Lektüre aufgrund des instruktiven Nachworts von Judith Hermann, die viel Wissenswertes über die Lyrikerin und Literaturwissenschaftlerin Lewis zusammengetragen hat, schließt die Kritikerin.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.04.2018
Angela Schader ist atemlos nach der Lektüre von Janet Lewis' historischem Justiz- und Ehedramas. Der Roman wirkt auf sie wie ein wunderbarer Bildteppich in einer sensiblen, farbenreichen Übersetzung (Susanne Höbel). Der "Allerweltstitel" soll den Leser nicht abschrecken, meint sie, der Roman beschreibe sinnlich, packend und hochdifferenziert den Weg einer Frau in den Ehebruch und die Einsamkeit. Über die Fakten zu dem Fall der Bertrande Guerre hätte Schader im Nachwort gern mehr erfahren.
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