Aus dem Englischen von Gregor Runge. In E. M. Forsters Dystopie leben die Menschen in einer unterirdischen, abgekapselten Welt mit allem Komfort: Das ganze Leben ist durch die Dienstleistungen der "Maschine" perfekt geregelt. Die Menschen haben kein Bedürfnis mehr nach persönlichen Begegnungen, man kommuniziert nur über die Maschine, die über allem wacht. Ihr Handbuch ist zu einer Art Bibel geworden, die Menschen sind gefangen in ihrer absoluten Abhängigkeit von der Technik, die sie nicht mehr kontrollieren können. Doch nach und nach geht das Wissen, das hinter der Maschine steckt, verloren und das System wird anfällig für Pannen...
E. M. Forsters visionäres Werk wirft Fragen auf, die von großer Aktualität sind: Wie kann der Mensch seine Selbstbestimmung wahren gegenüber Maschinen, die immer stärker unser Leben bestimmen?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2016
Johannes Boie kann kaum fassen, wie prophetisch und präzise E.M. Forster in seiner Erzählung "Die Machine steht still" das Internet vorhergesehen hat - und das im Jahr 1909, also fast 100 Jahre vor Google und Facebook. In Forsters dystopischem Szenario leben die Menschen voneinander isoliert in wabenartigen Zellen, verbunden nur über die Möglichkeit der Bildtelefonie, bereitgestellt von einer allmächtigen Maschine, die die Menschen auch mit allem sonstigen Lebensnotwendigen versorgt, fasst der Rezensent fasziniert zusammen. "Lakonische, entlarvende Anmerkungen" zur Gegenwart liest Boie, der dabei immer wieder ebenso an Orwell wie an Zuckerberg denken muss.
Marc Reichwein kann nur staunen, wie E. M. Forster in seiner nun neuübersetzten kleinen Science-Fiction-Erzählung aus dem Jahr 1909 das Internetzeitalter vorwegnimmt, Facebook, Skype und Co. Die Vernetzung der Menschen in Forsters dystopischer Welt führt schon damals in die Gereiztheit und Vereinzelung, und der Mensch wird vor lauter Automatisierung zum Störfaktor, stellt Reichwein verblüfft fest. Eine Art frühe, visionäre Medienkritik nennt er das Buch.
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