Eberhard Rathgeb

Maler Friedrich

Cover: Maler Friedrich
Berenberg Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783949203701
Gebunden, 216 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Mit farbigen Abbildungen. Natur und Mensch: Damit ist es nicht gut ausgegangen, und Caspar David Friedrich hat das Malheur schon gemalt. Ausgerechnet Friedrich? Der Maler mit all den herrlichen (manchmal finsteren) Ansichten von Berg und Tal, Mond und Meeressaum, auf denen Menschen meist mit dem Rücken zu uns das kaum Fassbare betrachten? Eberhard Rathgeb zeigt,wie dieser verschlossene und universal denkende Künstler heute, da die Natur auch Angst bereitet, seine Aura mächtiger denn je entfaltet. Was waren die Lebensumstände dieses schon zu seiner Zeit berühmten und umstrittenen Malers, der zu einem der großen Aushängeschilder der deutschen Romantik wurde, aus der er zugleich herausfällt - weshalb er besonders intensiv leuchtet ? Dieses Buch erzählt das Leben des Künstlers und erklärt die Dimensionen und Konsequenzen seines berühmten inneren Blicks, mit dem er uns noch heute berührt und verunsichert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2023

Rezensentin Rose-Maria Gropp dankt Eberhard Rathgeb dafür, dass der ihr Caspar David Friedrich in die Gegenwart holt, indem er etwa zeigt, dass Friedrichs Natur eine durchaus gefährliche ist, keine von Gott dem Menschen freundlich dargebotene. Der Maler als Zeitgenosse von Hölderlin, Hegel, Kant und einer pietistischen Weltsicht - so stellt sich Friedrich hier für Gropp dar. Und gut, dass der Autor der Leserin sein reiches Wissen so eingängig vermittelt, ohne nachlässig zu sein, meint die Rezensentin. Rathgebs Bildanalysen sind präzise, bergen nichts völlig Neues, so Gropp, aber bieten immer wieder "unerwartete Wendungen".
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 26.09.2023

Schon der Titel des Buchs Eberhard Rathgebs gibt Rezensent Michael Eggers einen Hinweis darauf, dass wir es hier nicht mit einer nach wissenschaftlichen Standards erarbeiteten Caspar-David-Friedrich-Biographie zu tun haben, sondern mit einem eher erzählerisch gedachten Werk. Rathgeb zeichnet das Leben des Malers mithilfe literarischer Tricks nach, lernen wir, und nimmt sich dabei einige Freiheiten heraus, etwa was die Ausgestaltung der Innerlichkeit des Künstlers angeht. Eine große Rolle nehmen im Buch auch Friedrichs bekanntesten Werke ein, heißt es weiter, wobei auf den Abdruck der Gemälde verzichtet wurde. Die Modernität der auf den Akt des Sehens verweisenden Kunst Friedrichs erkennt Rathgeb zwar, so Eggers, über die technische Seite seiner Malkunst lernen wir hingegen wenig. Stattdessen interpretiert Rathgeb, kritisiert der Rezensent, wild darauf los und schließt auch gern mal Friedrichs Leben mit seinen Bildern kurz. Insgesamt ärgert sich Eggers doch ein wenig über das allzu schwärmerisch geratene Buch, insbesondere weil Rathgeb ja offensichtlich schreiben kann.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 14.09.2023

Als "Philosoph des Auges" beschreibt Eberhard Rathgeb den Maler Caspar David Friedrich, wie Rezensent Thorsten Jantschek angeregt und launig berichtet. Das Verhältnis des Künstlers zur Natur erinnert der Kritiker mit seiner Endzeitstimmung bisweilen an aktuelle Umweltproteste, doch gelingt es Rathgeb immer, die nötige historische Distanz zu bewahren, versichert Jantschek. So lernt er, wie Friedrichs Lebensgeschichte mit Pietismus und der Philosophie der Aufklärung verbunden war, aber auch mit der "Geburtsstunde der Romantik", die seine Malerei nicht als Kopie, sondern als Neuschaffung eines besonderen Blicks auf die Natur und die menschliche Seele so entscheidend prägte. Das wird laut Kritiker mit anregenden und gelungenen Bildbeschreibungen verbunden, die ihm ein neues, aber glücklicherweise nicht unnötig psychologisierendes Verständnis von der Kunst dieses großen Malers nahelegen.

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