Eine Studie zur Semantik von "Einsamkeit" leitet das Buch ein. Der erste Teil diskutiert die Liebestheorie Sartres im Kontext anderer Entwürfe zur Sozialontologie (Buber, Löwith, Binswanger). Im zweiten Teil wird die Lektüre von La Nausee durch Ausführungen zum Verhältnis zwischen Einsamkeit und Literatur sowie durch eine Studie zum Ästhetizismus Walter Paters vorbereitet. - Der Saint Genet vertieft den ontologisch begründeten Hiat zwischen Einsamkeit und Engagement: Identifikation ist Distanzierung, und Distanzierung ist der Beginn des Engagements. Das letzte Kapitel vollzieht den Gedankengang des Saint Genet nach: Der geschliffene Diamant der poesie pure wird zum Emblem absoluter Freiheit. Sartre begründet seine Lehre von der Einsamkeit des Menschen mit der These von der Unmöglichkeit der Liebe. Die Ästhetik des Saint Genet zieht diese Lehre in Zweifel.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.05.2002
Einen Erkenntnisgewinn kann Franziska Meier der "weit ausholenden, langwierigen Studie" Eckart Goebels über das Frühwerk Jean-Paul Sartres auch bei noch so wohlwollenden Versuchen leider nicht abtrotzen. Die Rezensentin bedauert, dass der Autor seiner "sicherlich verdienstvollen Absicht" nicht gerecht wird, Sartres literarische Arbeit (hier vor allem den "Ekel") von seiner philosophischen abzukoppeln, ihr sozusagen "ästhetischen Eigenwert" zuzuschreiben. Auch Goebels "durchaus subtil" herausgearbeitete und "bedenkenswerte" These, "Der Ekel" erteile "der Freiheit des ästhetischen Bewusstseins eine klare Absage", demonstriere letztlich doch wieder nur philosophische Theoreme. Fast böse wird die Rezensentin dann, als Goebel am Ende seines Buches mit Bezugnahme auf Sartres Biografie erklärt, Sartre habe nicht wie Genet die Einsamkeit in der Literatur zu überwinden versucht, sondern in der Unterstützung politischer und gesellschaftlicher Gruppen. "So erfährt der Leser denn", schreibt Meier, "das, was er längst wusste, nämlich dass Sartre ein engagierter Intellektueller war".
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