Eddy de Wind

Ich blieb in Auschwitz

Aufzeichnungen eines Überlebenden 1943-45
Cover: Ich blieb in Auschwitz
Piper Verlag, München 2020
ISBN 9783492070010
Gebunden, 240 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Christiane Burkhardt. 1943 werden der junge niederländisch-jüdische Arzt Eddy de Wind und seine Frau Friedel nach Auschwitz deportiert. Als Häftling mit der Nummer 150822 erlebt Eddy den Terror der Nationalsozialisten am eigenen Leib: die Appelle in eisiger Kälte, die Zwangsarbeit in sengender Hitze, die Krankheiten, den Hunger, die willkürlichen Erschießungen und die Grausamkeiten, die das Lagerleben prägen. Kurz bevor die Russen das Lager im Januar 1945 befreien, wird seine Frau aus Auschwitz verschleppt, Eddy aber versteckt sich und bleibt zurück. Dies ist die Geschichte der beiden - sie wurde geschrieben im Lager von Auschwitz. Das erschütternde Dokument wurde 1946 in den Niederlanden veröffentlicht. Nun liegt es erstmals auf Deutsch vor.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 28.01.2020

Sigrid Brinkmann liest ein "wichtiges Zeitdokument" mit Eddy de Winds Schilderungen aus Auschwitz. Einzigartig erscheinen ihr die Aufzeichnungen von 1945 durch ihre Unverfälschtheit und die darin zum Ausdruck kommende Sehnsucht nach dem Leben und der Freiheit. Die sachliche Genauigkeit, mit der de Wind seinen Erzähler, einen holländischen Arzt, die Verhältnisse im Lager erfassen lässt, die Hierarchien, das Töten, die Gesten, auch Momente der Schönheit, nimmt Brinkmann gefangen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 27.01.2020

Rezensentin Bettina Baltschev liest bedrückt diese Erinnerungen des niederländischen Psychiaters Eddy de Wind, der sich als Arzt freiwillig in das Internierungslager Westerbork begegeben hatte, um seiner jungen Frau, aber auch anderen Hilfsbedürftigen zur Seite zu stehen. Auch de Wind und seine Frau wurden jedoch bald nach Auschwitz deportiert. Minutiös und sehr persönlich schildere de Wind das Leben und Sterben in dem Konzentrationslager, und die Rezensentin bemerkt beklommen, wie sich Menschen selbst unter den schrecklichsten Bedingungen einen gewissen Alltag einrichten. Warum die Rezensentin dem Bericht die gleiche Bedeutung beimisst wie Primo Levis "Ist das ein Mensch?" und Imre Kertesz' "Roman eines Schicksallosen" erschließt sich zwar nicht ganz, wohl aber, wie berührt sie ihn liest. Gut, meint sie, dass dieser Bericht nach langer Zeit auch auf Deutsch erhältlich ist.

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