Aus dem Kroatischen von Alida Bremer. Geschichten vom Rand der Gesellschaft, die wie Tattoos unter die Haut gehen. Zum Beispiel die vom trockenen Alkoholiker, der auf der Polizeiwache sitzt und Revue passieren lässt, was ihn hierhergebracht hat: Die schöne Mila, die bei den Anonymen Alkoholikern für Lebendigkeit und Hoffnung sorgt, hat ihn zu sich nach Hause eingeladen, wo alles schiefging und in einer Tragödie endete. Dann das mittellose Paar, das auf dem Balkon seiner Wohnung in einem tristen Vorort sitzt und sich über das Meer unterhält, das für sie aber unerreichbar ist. Oder die unglückliche Literaturkritikerin, die nicht begreift, dass für das Scheitern ihrer Beziehung mit dem Schriftsteller nicht ihr Alter und ihre Zellulitis verantwortlich sind, sondern seine Schreibblockade.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.01.2012
Die "Tattoogeschichten" des kroatischen Autors Edo Popovic haben es Rezensent Franz Haas sichtlich angetan. Die Geschichten, die um Sex und Suff, um das grässliche Leben in Kroatien und anderswo, um Schwermut und Sehnsucht kreisen, scheinen ihm ebenso traurig wie komisch, so haarsträubend wie anrührend - zumal sie den Verlieren eine Stimme geben. Auch die "schnoddrig-präzise" Sprache von Popovic gefällt Haas. Besonders hebt er die Illustrationen von Igor Hofbauer hervor, die aus den "Tattoogeschichten" auch ein "witzig-düsteres Bilderbuch" machen.
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