Herausgegeben von Johann Braun. Dieses Buch ist eine aus sechs Kollegmitschriften erstellte Rekonstruktion der Vorlesung 'Naturrecht und Universalrechtsgeschichte', die der Jurist und Hegelschüler Eduard Gans vom Wintersemester 1827/28 bis 1838/39 über die Rechtsphilosophie Hegels regelmäßig gehalten hat, anfangs im Auftrag Hegels, später in Fortführung einer bewährten Tradition. Gans hat die von Hegel übernommene Vorlage nicht nur 'juristisch griffiger' ausgestaltet, sondern auch in einer Reihe von Punkten weiterentwickelt, die in der Wirkungsgeschichte Hegels eine erhebliche Rolle gespielt haben. Die Edition macht die sowohl rechts- wie auch philosophiegeschichtlich bedeutsame Vorlesung erstmals in Gestalt eines flüssig lesbaren Textes zugänglich und schließt damit eine Lücke in unserer Kenntnis des Vormärz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2006
Als "Glücksfall" und "zentrale Quelle des frühen Hegelianismus" würdigt Michael Pawlik diese "verlässliche Textausgabe" von Eduard Gans? rechtsphilosophischem Kolleg, die Johann Braun herausgegeben hat. Er charakterisiert Gans (1797-1839) als ebenso leidenschaftlichen wie liberalen Hegelianer, der einer ganzen Studentengeneration den Weg durch das Labyrinth des rechtsphilosophischen Denkens Hegels geführt habe. Besonders betont Pawlik die rhetorischen Qualitäten des Hegelschülers, die ihn im Unterschied zu seinem Lehrer auszeichneten. Zwar erspare Ganz seinen Lesern nicht die Hegelsche Anstrengung des Begriffs, so Pawlik, "hilft ihnen dank seiner geschmeidigen und anschaulichen Sprache aber über die schroffsten Passagen hinweg". Überhaupt biete Gans dem Leser die Möglichkeit, die "wirklichkeitserschließende Kraft der Terminologie und Systematik" Hegels neu zu entdecken.
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