Edward Timms

Die geheimen Tagebücher der Anna Haag

Eine Feministin im Nationalsozialismus
Cover: Die geheimen Tagebücher der Anna Haag
Scoventa Verlag, Bad Vilbel 2019
ISBN 9783942073172
Gebunden, 320 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Die Stuttgarter Demokratin und Feministin Anna Haag (1888-1982) führte während des Zweiten Weltkriegs ein geheimes Tagebuch, in dem sie die deutsche Propaganda Tag für Tag dekonstruierte. In seiner Studie macht Edward Timms Ausschnitte des zwanzig Bände umfassenden Tagebuchs zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und liefert eine Analyse dieser zeitgenössischen Quelle zum Alltag im Dritten Reich. Der englische Germanist und Kulturhistoriker beleuchtet die Grundsätze von Anna Haags Weltanschauung und ihren Werdegang: Sie verbrachte eine beschauliche Kindheit und Jugend in Baden-Württemberg und erlebte den Ersten Weltkrieg als junge Mutter in Budapest. Diese prägenden Erfahrungen ließ sie von Beginn an den Nationalsozialismus kritisch hinterfragen und ihr Kriegstagebuch beginnen. Timms setzt Passagen aus Haags Tagebüchern in Zusammenhang zu Zitaten aus weiteren Kriegstagebüchern, von Sympathisantinnen wie Kritikerinnen, Zeitungsartikeln und Rundfunkbeiträgen. Seine Collage illustriert ein vielfältiges Meinungsbild der damaligen Gesellschaft.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 07.05.2019

Matthias Bertsch lobt Edward Timms' Auswahl von Anne Haags Tagebucheinträgen. Die in zwischen 1940 und Oktober 1945 entstandenen Texte scheinen ihm einen seltenen Einblick in das Denken und Sprechen unter dem Eindruck von Krieg und Nationalsozialismus zu geben. Dass die Einträge frei von Verzerrungen sind, nimmt er dem Herausgeber ab, wenngleich er gerne gewusst hätte, ob die Auswahl auch repräsentativ ist für Haags Tagebücher. Neu und besonders scheint ihm die Perspektive der aus einem bescheidenen schwäbisch-protestantischen Haus stammenden Autorin, weil sie die Betroffenheit und die Ängste durch den Krieg nachvollziehbar macht und auch das Leid der anderen miteinbezieht. Spannend und aufschlussreich, findet Bertsch.

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