Aus dem Amerikanischen von Beatrice Faßbender. Erkennen wir uns selbst, wenn wir ein Tier betrachten? Die Kreuzspinne Arabella wurde berühmt, als ganz Amerika ihr 1973 zusah, wie sie lernte, in der Schwerelosigkeit des Alls ein Netz zu spinnen. Die Gorilladame Koko schaffte es in die Medien, weil sie per Gebärdensprache mit Menschen kommunizieren und sie bewusst zum Lachen bringen konnte. Und Mozart inszenierte eine aufwendige Beerdigung für seinen Vogel "Stahrl", dem er womöglich einige seiner genialsten musikalischen Ideen verdankte. Wenn Tiere Geschichte schreiben, dann, weil sie uns Menschen besonders nahe kommen. Elena Passarellos "Hall of Fame" der Tierwelt erinnert uns daran, woher wir kommen und mit wem wir diesen Planeten teilen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.05.2018
Sylvia Staude sieht die Stärke von Elena Passarellos Buch darin, die Verluste zu zeigen, die unser Umgang mit Tieren für uns nach sich zieht. Doch außer von der Ausrottung diverser Arten berichtet die Autorin auch von fruchtbaren Beziehungen zwischen Mensch und Tier, etwa von Darwin und seiner Schildkröte Harriet oder von Dürers Nashorn-Bild. Die jeweils gewählte Form verursacht Staude mitunter Kopfschmerzen, sei es, weil Passarello dem Leser einfach zu wenig Informationen mitgibt, sodass der Text kryptisch erscheint, sei es, dass sie ihre durchaus "verblüffenden" Gedanken in "überkandidelte" oder "schiefe" Bilder kleidet. Dann wird der großartigste Gedanke schnell albern, meint Staude.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.03.2018
Rezensent Stephan Speicher ist berührt von den Geschichten, die ihm Elena Passarello von berühmten Tieren erzählt: von Dürers Nashorn, Mozarts Star oder dem Klugen Hans. Oder von der sadistischen Bärenhatz, mit der sich die Engländer bis ins 19. Jahrhundert vergnügten. Er lernt auch, dass in Amerika ungebärdige Elefanten nicht einfach erschossen wurden, sondern öffentlich und mit einem riesigen Spektakel erdrosselt. Speicher muss allerdings zugeben, dass nicht alle Kapitel dieser völlig unsystematischen Geschichte gleich gut funktionieren, einige sind ihm zu sehr auf den Effekt hin geschrieben. Aber von den besten lernt er, dass Tiere dem Menschen Trost spenden, solange die "Gemeinschaft der Lebenden" erhalten bleibt.
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