Herausgegeben von Dorothee Brantz und Christof Mauch. In unseren Geschichtsbüchern kommen Tiere, wenn überhaupt, nur am Rande vor. Glaubt man der bisherigen Geschichtsschreibung, dann haben Tiere keine bedeutsame Rolle in der Entwicklung menschlicher Gesellschaften gespielt. Aber wo wären wir ohne Tiere? Wie hätte sich die Landwirtschaft ohne die Zugkraft von Ochsen und Pferden entwickelt? Wie hätten Menschen sich ernährt oder gekleidet? Wie hätte man ohne Reittiere ferne unbekannte Regionen erkundet? Wie stünde es um das weit verbreitete Ritual der Jagd und wie hätte man Kriege geführt ohne Pferde, Elefanten, Hunde, Tauben oder Delphine? Und wo wäre die Medizin ohne den Tierversuch? Wo wären Kunst, Literatur und Philosophie ohne den Gegenstand und das Motiv Tier?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2010
Thomas Macho sieht die Zeit für kulturgeschichtliche Betrachtungen der Tierwelt gekommen. So begrüßt er das Erscheinen dieses von Dorothee Brantz und Christof Mauch zusammengestellten Bandes mit auf eine Konferenz zum Thema aus dem Jahr 2005 zurückgehenden und, wie Macho uns wissen lässt, weitgehend anregenden Beiträgen. Dass die Autoren keine Einführung, kein historisches Panorama zum hier angezweifelten epistemologischen Dualismus von Tier und Mensch, Natur und Kultur bieten, findet Macho in Ordnung. Methodologische Reflexionen sowie die "originellen" Einzelstudien, etwa zur fotografisch dokumentierten Begegnung von Wilhelm II. mit einem Nashorn oder zur Geschichte der Tierschutzbewegung, beschäftigen ihn ausreichend.
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