Eine außergewöhnliche Frau, jung, reformorientiert, Rabbinerin in Deutschland. Sie berichtet nicht nur von ihrem Weg ins Rabbinat. Sie zeichnet das Porträt einer ganzen Generation junger Juden.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 26.11.2005
Rezensent Y. Michal Bodemann ist überzeugt, von Elisa Klapheck künftig noch viel zum Thema jüdische Werte zu hören. In ihrem aktuellen Buch ist nämlich noch längst nicht alles gesagt, was die Autorin seiner Ansicht nach dazu sagen kann. Klapheck, ehemalige taz-Redakteurin, geboren in Deutschland, beschreibt in ihrer Autobiografie ihre Schwierigkeiten auf dem Weg, Rabbinerin zu werden. Denn die junge Frau fühlt sich in keiner Gruppierung, keiner Wertegemeinschaft wirklich zu Hause. Mit dem "permanenten Leiden" der verfolgten Elterngeneration kann sie sich nicht anfreunden, von deutschen Altersgenossen fühlt sie sich unverstanden, die linke Jüdische Gruppe ist ihr zu unreligiös, aber in der Chabad-Bewegung findet sie auch keinen Halt. Nach all diesen Identifikationsversuchen kristallisiert sich schließlich eine "nichtjüdische Jüdin" heraus, die sich nicht als Opfer begreifen will, sondern "eine aktive Perspektive projiziert". Betrachtet der Rezensent die theoretischen Überlegungen Klaphecks durchaus wohlwollend, fehlt ihm dagegen eine klare und "konkrete" politische Positionierung: Hier zeigt sich die Autorin für seinen Geschmack zu zurückhaltend.
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