Herausgegeben von Anke Gilleir und Barbara Hahn. Fünf Bände im Schuber. Die wichtigsten Werke der großen Essayistin Margarete Susman. Die Paradoxien der Moderne und die tiefen Zäsuren des 20. Jahrhunderts prägen Margarete Susmans Schreiben: Die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sieht sie rückblickend in der "Schuld unseres unpolitischen Lebens" stehen. Wenn sie im August 1918 in der "Frankfurter Zeitung" fragt: "Wo ist, wo lebt, was unsere großen Geister für uns gedacht, für uns gewollt haben?", so antwortet sie darauf während der Weimarer Republik mit scharfen politischen Analysen. 1933 flieht Susman in die Schweiz und kehrt auch nach dem Krieg nicht nach Deutschland zurück.In ihrem Werk zeigt sich Susman als intellektuelle Zeugin einer westlichen Welt, die sich in einem halben Jahrhundert mehrmals selbst zerstörte. Heute sind ihre Schriften mit wenigen Ausnahmen nicht mehr verfügbar. Das ist umso erstaunlicher, als Susman eine der produktivsten deutschsprachigen Intellektuellen des vergangenen Jahrhunderts war. Das zeigen ihre Essays zu allen großen Fragen und Werken ihrer Zeit, Bücher zur modernen Lyrik, über die Bedeutung der Liebe, über die Frauen der Romantik, zum Buch "Hiob" und dem jüdischen Schicksal, biblischen Gestalten und schließlich die Autobiographie "Ich habe viele Leben gelebt". Diese Ausgabe verdeutlicht, wie breit gefächert Susmans Schreiben und Wirken in der Öffentlichkeit war." Mein ganzes Leben von Kindheit an war ein Erwachen aus einem immer erneuten Traum, und bei jedem Erwachen war die Welt und war ich eine andere geworden." Margarete Susman: "Ich habe viele Leben gelebt"
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2023
Rezensent Wolfgang Matz empfiehlt die von Anke Gilleir und Barbara Hahn herausgegebenen Gesammelten Schriften der Schriftstellerin, Kritikerin und Philosophin Margarete Susmann. Susmann, die mit Celan und Scholem verkehrte, wird hier für den Leser erstmals als Rezensentin, Philosophin und Essayistin erfassbar, meint Matz, der das Nachwort der fünbändigen Ausgabe ausdrücklich lobt. Der Reichtum der Themen und Texte überrascht Matz, die Porträts von Stefan George und die Kafka-Deutung etwa erscheinen ihm weitsichtig. Wie Susmann ausgehend von Biografien immer wieder zu wichtigen philosophischen Fragen gelangt, findet er außerdem bemerkenswert. Nicht zuletzt ist es der alles andere als trockene Stil der Autorin, der Matz für dieses zu entdeckende Werk einnimmt.
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