Elisabeth Binder

Der Wintergast

Roman
Cover: Der Wintergast
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2010
ISBN 9783608938906
Gebunden, 192 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Andreas ahnt bei seiner Ankunft in einem abgeschiedenen Bergdorf noch nicht, worauf er sich eingelassen hat. Den ganzen Winter soll er hier verbringen, um über seine Kunst nachzudenken. Doch die interessiert ihn zunächst gar nicht. Denn er ist nicht der einzige Gast in dem herrschaftlichen Palazzo: Ein kranker Adler wurde von der schönen Maddalena zur Pflege abgegeben. Der Raubvogel und die Frau ziehen ihn gleichermaßen in ihren Bann. Als an Weihnachten auch noch ein Kind verschwindet, wird Andreas unvermittelt Teil einer Gemeinschaft, die ihm zu Beginn völlig fremd erschien...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2010

Ziemlich bemüht kommt Alexander Kosenina diese Geschichte eines jungen Künstlers auf "Grand Tour" in einem Schweizer Bergdorf vor. Das dort sich versammelnde Personal scheint ihm doch eher dem Zettelkasten der Autorin Elisabeth Binder zu entstammen als einer denkbaren Wirklichkeit. Melancholisch, meint Kosenina, sind sie irgendwie alle in diesem Dorf und bedeutungsvoll miteinander verbunden auch. Das symbolische Verfahren dahinter bleibt dem Rezensenten nicht verborgen, sondern drängt sich ihm auf als schematische Entwicklung des Allgemeinen aus dem Besonderen. Schade, findet der Rezensent. Der stellenweise atmosphärisch gelungene Roman büßt für ihn so an Überzeugungskraft ein.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2010

Mit großem Entzücken hat Beatrice Eichmann-Leutenegger den neuen Roman von Elisabeth Binder gelesen und verneigt sich tief vor der behutsamen Art ihrer Menschenbeschreibung. Hier geht es, wie man also liest, um einen Mann aus der Stadt, den eine Enttäuschung sich in ein Bergtal zurückziehen lässt. Unmerklich verwebe Binder die Geschichte des Mannes mit denen der Dorfbewohner, auf die er nun trifft. Ein wahrer Mikrokosmos entsteht bald vor den Augen der Kritikerin, Schicksale, die von "Schuld, Enttäuschung, Einsamkeit und zerstörerischer Verzweiflung" erzählen. Elisabeth Binder gelingen aus ihrer Sicht einprägsame Menschenbilder, die sie auch noch lange nach Lektüre-Ende vor sich zu sehen glaubt. Dabei sorge die "leichte und schlackelose" Sprache dieser Autorin dafür, dass dem Buch nichts Schweres anhaftet, und sogar das Schweigen der Berge auf unnachahmliche Weise von ihr in den Text geholt wird.
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