Luchterhand Literaturverlag, München 2026
ISBN
9783630877495 Gebunden, 400 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst in Crosby, dem kleinen Küstenstädtchen in Maine. Vor ein paar Jahren ist Lucy Barton, erfolgreiche Schriftstellerin und Mutter zweier erwachsener Töchter, mit ihrem Ex-Mann William hierhergezogen. In ein abseits gelegenes Haus am Meer. Doch die beschauliche Ruhe in Crosby wird gestört, als eine alte Frau spurlos verschwindet. Und auch Lucys Welt gerät still und leise aus dem Lot. Auf den einsamen Spaziergängen mit Bob Burgess, ihrem alten Freund und Vertrauten, sprechen beide über ihr Leben und über das, was hätte sein können. Und dann ist da noch die legendäre Olive Kitteridge, die pensionierte Mathematiklehrerin, die jetzt in einem Altersheim am Stadtrand lebt und auch mit 90 Jahren nichts von ihrem rauen Charme verloren hat. Vorsichtig freunden sich die beiden Frauen an.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 14.03.2026
Elizabeth Strouts Roman "Erzähl mir alles" gibt Lesern genau das, was die polarisierte USA braucht, findet Rezensent Tobias Rüther, der sich auch mit Strout per Video unterhalten hat: eine leise, kluge Stimme. In Crosby, Maine, lernen sich Olive Kitteridge und Lucy Barton kennen - die einander nie begegegnet sind, obwohl sie in der gleichen Stadt leben - und erzählen sich "dramatische Lebensgeschichten", während im Hintergrund Pandemie, Ukrainekrieg und gesellschaftliche Risse aufblitzen. Besonders überzeugt Rüther Strouts spielerische Figurenführung, mit der sie Klassenkonflikte, Armut und puritanische Härte als Alltagsmelodramen entfaltet. Wer glaubt, J. D. Vance habe in seinen "Hillbilly Elegies" erstmals über den Niedergang der weißen amerikanischen Arbeiterklasse geschrieben, wird hier eines besseren belehrt, versichert der Kritiker und warnt: Bloß nicht von den kitschigen Covern täuschen lassen.
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